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Weihnachten 2025: … und den Himmel offen

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“Wir müssen sie uns vorstellen“, sagt der Künstler
und stellt unübersehbar einen Koloss in die Landschaft,
der nichts mit den verschmitzt dreinschauenden Putten
einer süßlich verklärten Weihnacht zu tun hat.

Sein Engel steht hoch im Norden
und trotzt den schweren Wettern.
Wie ein Bollwerk breitet er über 54 Meter seine Schwingen aus,
um sich den auftürmenden dunklen Wolken entgegenzustellen.

Und mögen die Winde noch so toben –
fliegen geht dieser Engel nicht!
Über die Rippen der Flügel wird die Windkraft abgeleitet
in das Fundament und verleiht so zusätzliche Stabilität.
Mit jedem Widerstand wächst auch seine Stärke.

Unverrückbar wacht er über das weite Land
und deutet über die um wenige Grad angewinkelten Schwingen
so etwas wie eine „Umarmung“ (Gormley) der Einwohner an:
„Er beschirmt dich mit seinen Flügeln,
unter seinen Schwingen findest du Zuflucht,
Schild und Schutz ist seine Treue.

Längst zum nationalen Publikumsliebling avanciert,
hält er auch metaphysisch den Himmel weit und offen.
Um doch gleich wieder irdisch inkarniert zu sein
in einem Korpus, der dem des Künstlers nachgebildet ist.
Der Engel des Nordens hat menschliche Gestalt angenommen
und gibt bei aller Verbundenheit mit dem Himmel
seinen Platz unter den Menschen nicht auf.

Das klingt nicht wie ungefähr nach Weihnachten:
„Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“
Sein Beistand ist uns versprochen bis zum Ende der Tage.

Doch am Anfang steht auch hier ein Engel.
Und eine junge Frau in ihrer häuslichen Kammer.
Eine Begegnung, ein Zuspruch, eine Ermutigung.
Vielleicht ein Freund, ein Zeichen, eine innere Stimme –
in jedem Fall eine spürbare Gegenwart und Botschaft Gottes,
lebens- und weltverändernd.

Maria traut dem Engel
und dem, der ihn gesandt hat:
Denn er befiehlt seinen Engeln,
dich zu behüten auf all deinen Wegen.

Es muss kein Koloss sein.
Aber ein Werkzeug Gottes.

„Wirst du für mich,
werd´ ich für dich
der Engel sein?“

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest,
sowie einen weit offenen Himmel im neuen Jahr!



Antony Gormley, Angel of the North (1998)
Foto: Littlerich/pixabay

 

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