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Weihnachten 2023: Das aufstrahlende Licht aus der Höhe

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Vier Buchstaben – allumfassend
wie die Elemente, die Himmelsrichtungen, die Jahreszeiten.
Der Eine in allem, was ist.

Vier hebräische Buchstaben – unaussprechlich
um das Bewusstsein der Andersartigkeit zu wahren.
Der Eine als unbegreifbares Gegenüber.

Vier goldene hebräische Buchstaben – leuchtend
wie die aufstrahlende Sonne am Firmament.
Der Eine als das Licht allen Lebens.

Der Blick schweift unweigerlich nach oben
und bleibt beim Namen Gottes haften.
Der Schriftzug dominiert den ganzen Raum
und seine faszinierende Strahlkraft zieht in Bann.

Im Judentum darf nur ein Sofer diesen Namen schreiben:
mit Tinte aus Ruß von verbranntem Olivenöl,
vermischt mit Honig und Harz der Akazienbäume.
Nach etwa 500 Jahren blättert die schwarze Farbe ab,
und zurück bleibt eine rötliche Schrift,
die erst nach weiteren 100 Jahren golden wird.

Einst sprach nur der Kohen Gadol (Hohepriester) diesen Namen aus,
wenn er am Versöhnungsfest das Allerheiligste des Tempels betrat
und stellvertretend für die Gemeinde um die Vergebung der Sünden bat.
Einmal im Jahr wurde hier die sprachliche Unantastbarkeit aufgehoben,
im Vertrauen auf die Barmherzigkeit dessen, der sich als die Zukunft,
als Ehjeh Ascher Ehjeh, als „Ich werde sein, der ich sein werde“
dem Mose im Dornbusch geoffenbart und zugesichert hatte.

Zukunft –
Anfang, nicht Ende,
das ist der Name Gottes;
das ist das Kind in der Krippe,
das fleischgewordene Wort.

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes
wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe
,
so hatte es Zacharias einst im Tempel prophezeit (Lk 1,78).

Es lässt den Kranz der Engel hinter sich,
sucht die Nähe und lehrt seinen Namen
neu auszusprechen: Abba – Vater.

Wir können ihm entgegengehen:
auf halber Höhe vereinigt sich
das Licht aus der Höhe mit dem Licht unserer Welt,
das durch vier symmetrisch angeordnete Fenster fällt
und Darstellungen der christlichen Tugenden
wegweisend aufscheinen lässt.


Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest,
sowie ein gutes neues Jahr im Namen des Herrn!

Ihr/Euer Andreas Blum

Foto: Chris Portwine

3 Kommentare

  1. Diese Weihnachtsbotschaft ist sehr beeindruckend und ich hoffe, dass dieser Text noch lange online zugänglich ist. Er ist so „dicht“, dass man ihn mehrmals lesen muss. Vielleicht könnte man ihn ausdrucken um mehrmaliges Lesen zu erleichtern?

    • Vielen Dank für die Freundliche Rückmeldung. Sowohl das Bild wie auch die Betrachtung liegen in St. Bonifatius und St. Thomas Aquinas als Druck zur Mitnahme bereit.

  2. Vielen Dank für die wunderbare Weihnachtsandacht mit der Exegese über den Gottesnamen!
    Diese Bildmeditationen habe ich sehr vermisst …

    Liebe Grüße an Pfarrer Andreas Blum und alles Gute !


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