Es sei eine seiner letzten Dienstreisen, meinte Peter Lang im Gottesdienst mit der Gemeinde, und dass er so lange nicht in London gewesen sei, wäre ein eigentlich gutes Zeichen, denn das hieße, dass hier alles gut und reibungslos verliefe. Nun freue er sich aber noch einmal hier zu sein, nicht zuletzt, weil es auch ein Wiedersehen mit der Stadt sei, in der er früher ein paar Monate im Brompton Oratory gelebt hätte.
London ist allerdings auch die einzige Stadt, die in 17 Dienstjahren und auf unzähligen Reisen rund um die Welt einen von Peter Langs Reisekoffern „verschluckt“ und bis heute nicht wieder hergegeben hat. Entsprechend erleichtert trafen unsere Gäste – samt Gepäck! – im Wynfrid House ein, brachen aber nach einer kurzen Teatime im Pfarrhaus schon wieder auf und ließen sich von Pfr. Andreas durch Westminster führen. Vor dem Evensong in der Abbey musste noch schnell der klerikale Ausstatter Watts & Co aufgesucht und die persönlichen Bestände aufgestockt werden, doch nach dem Gebet ging es dann ganz klassisch ins Wappinger Pub an der Themse zu Fish & Chips.
Wie nötig diese abendliche Stärkung war, sollte der nächste Tag zeigen, in der sich unsere Stadt von der verkehrstechnisch nervenaufreibendsten Seite präsentierte. Natürlich wollten die Herren aus Bonn auch Ham besuchen, doch mit so viel Stau im Auto und im Bus, gesperrten Brücken und nicht-fahrenden U-Bahnen hatten sie dann doch nicht gerechnet. Natürlich war all das die Begegnung mit Gemeindereferentin Edith und Fr Arulraj von der englischen Gemeinde St. Thomas Aquinas wert, aber Pfr. Andreas hätte es fast seinen abendlichen Fernsehauftritt bei der „Last Night“ gekostet – and he wouldn´t have been amused.
Höhepunkt des Aufenthaltes war dann am Sonntag die Begegnung mit der Gemeinde, zunächst im Gottesdienst, dann beim Gemeindekaffee und abschließend in der Runde der Pfarrgemeinderäte. Es ging Peter Lang vor allem darum, all den Ehrenamtlichen einmal zu danken, ohne deren Einsatz eine Auslandsgemeinde keinen Bestand haben könnte. Und da es in London so ein reichhaltiges und lebendiges Gemeindeleben gäbe, könne er auch angesichts heftiger Etatkürzungen und zahlreicher Gemeindeschließungen unserer Gemeinde eine Bestandsgarantie zumindest für die nächsten Jahre zusichern. Dass wir für Edith noch einmal eine Nachfolgerin bekommen, schloss er zu unserem großen Bedauern allerdings aus.
Pfr. Andreas hatte die Gäste zunächst als „unsere Chefs“ begrüßt, aber sich dann schon am Ende des Gottesdienstes selbst korrigiert: „Eigentlich sind es eher Freunde“. Entsprechend herzlich war der Abschied nach einem gelungenen Besuch. Inzwischen sind die Herren wieder wohlbehalten am Rhein angekommen – ob das auch für ihr Gepäck gilt, konnte noch nicht bestätigt werden.
Fotos: Dr. Michael Altmaier, Susi Underwood





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