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Unser Fastenbild „Reflexion”


„Die Mysterien finden im Hauptbahnhof statt, nicht im Goetheanum“, wusste schon der bedeutende Künstler Joseph Beuys (1921-1986). Nun muss es nicht gleich ein Erweckungserlebnis gewesen sein, als Ann Kozlowski-Hunt eines Abends nach der Chorprobe auf dem Bahnsteig stand und wie zufällig die Spiegelung der Bahnhofslichter in einer Pfütze wahrnahm. Aber die Szenerie hatte etwas Besonderes, Anne hielt sie mit der Kamera fest und in den darauffolgenden Wochen sollte sie das Motiv immer wieder beschäftigen.


Schon vor Monaten hatte ich sie angesprochen, ob sie nicht Lust hätte, ein Fastentuch für unsere Gemeinde zu entwerfen. Die „Tücher der 40 Tage“ haben eine über 1000 Jahre alte Tradition in der Kirche und wurden meist im Altarraum – analog zum Tempelvorhang in Jerusalem – aufgehangen, um das Allerheiligste in einer Art „Fasten des Auges“ den Blicken der Gläubigen zu entziehen. Schon bald wurden die Tücher aber kunstvoll gestaltet und setzten ganz eigene Akzente der Verkündigung in die Liturgie. In unserer Zeit sind sie vor allem durch das Hilfswerk MISEREOR als Fokus geistlicher Besinnung und Reflexion populär geworden.


„Reflexion“ war dann auch das Stichwort, dass Ann jene Szene am Bahnsteig wieder in Erinnerung rief und letztlich die Grundidee zu unserem diesjährigen Fastenbild lieferte. Im Kontext der zahlreichen Erinnerungen an das Ende des 1. Weltkrieges, erkannte Ann in den Umrissen der Wasserlache den unbekannten Soldaten, wie er in den Kriegstagen wohl tausendfach an den Bahnsteigen Europas stand, um an die Front gebracht zu werden. Was mag in diesen jungen Männern in jenem Moment angesichts eines drohenden Todes vorgegangen sein? Viele – darunter auch Ann´s Onkel, der, nachdem er gefallen war, ihrem Vater Bronislaw Anton Kozlowski den Namen gab  – sind nicht mehr zurückgekehrt.


Am Beginn der Fastenzeit steht das Aschenkreuz. „Uns wird gesagt, dass wir aus Staub sind und zu Staub zurückkehren werden. Aber unsere Körper bestehen bis zu 90% aus Wasser“, sagt Ann um zu erklären, warum ihr das Wasser auch als Bild der Vergänglichkeit taugt.


Jedes menschliche Leben ist immer auch ein Leben auf den Tod hin. An welcher Station des Lebens wir auch gerade stehen mögen, die Auseinandersetzung mit diesem Weg allen Lebens macht buchstäblich Sinn.


Mit den beiderseits angedeuteten Augen zu Füßen des Soldaten will Ann den Betrachter ihres Bildes mit auf den Weg durch diese Fastenzeit nehmen, in der Fragen nach den Zielen unseres Lebens und der Bedeutung unseres Todes betrachtet werden könnten. „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“, zitiert Ann abschließend aus dem Johannesevangelium und verweist damit auf das Ziel jeder Fastenzeit und jeden Lebens schlechthin: Ostern.


Ann Kozlowski-Hunt ist Vorsitzende der Islington Art Society und Mitglied unseres Nordkreises. Regelmäßig gewährt sie über Instagram Einblicke in ihre Arbeit.

https://www.instagram.com/annikinski/

Andreas Blum

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